Etappen
51. 26.09.2005
Aroue - Ostabat Asme
Aroue - Ostabat Asme
52. 27.09.2005
Ostabat Asme - St. Jean Pied de Port
Ostabat Asme - St. Jean Pied de Port
53. 28.09.2005
St. Jean Pied de Port - Roncesvalles
St. Jean Pied de Port - Roncesvalles
54. 29.09.2005
Roncesvalles - Pamplona
Roncesvalles - Pamplona
55. 30.09.2005
Pamplona - (Ruhetag)
Pamplona - (Ruhetag)
56. 01.10.2005
Pamplona - Lorca
Pamplona - Lorca
57. 02.10.2005
Lorca - Los Arcos
Lorca - Los Arcos
58. 03.10.2005
Los Arcos - Logroño
Los Arcos - Logroño
59. 04.10.2005
Logroño - Azofra
Logroño - Azofra
60. 05.10.2005
Azofra - St. Domingo de la Calzada
Azofra - St. Domingo de la Calzada
|
|
|
|
56. Pamplona - Lorca
Ich wandere bei herrlichem Wetter an der pantheonförmigen Zitadelle vorbei Richtung Südwesten bis nach Cizur Menor. Unterwegs trinke ich noch einen Café solo und esse zwei mit Schokolade gefüllte Croissant. Cizur Menor liegt etwas erhöht etwa 5 km von Pamplona entfernt. Viele mir bekannte Pilger haben hier in diesem Kaff übernachtet und sind wohl etwas vor mir. Wenn ich etwas Gas gebe, werde ich die sicher bald einholen. Der Weg führt abseits vom Verkehr durch eine karge, roterdige Landschaft mit ab und zu dunkelgrünen Büschen immer leicht hoch. Nach dem Ort Zariquiegui steigt der Weg etwas steiler an und führt in einem weiten Bogen hoch zum Alto del Perdón. Auf diesem Abschnitt hole ich tatsächlich die Pilger vor mir ein. Und auch die nette, junge Kanadierin ist dabei! Ich wandere eine halbe Stunde mit ihnen. Sie alle wollen heute „nur“ bis Puente la Reina. Ich möchte aber weiter, wenn möglich bis Lorca. Somit verabschiede ich mich von diesen Leuten und beschleunige mein Tempo. Auf der Krete sind viele Windmühlen und tatsächlich zuoberst beim Übergang bläst mir ein sehr starker Wind um die Ohren! Die Aussicht ist wunderschön, zurück bereits schon recht weit entfernt kann ich Pamplona sehen. Richtung Westen noch weit entfernt wird wohl Uterga, Obanos und Puente la Reina sein. Der steinige Weg führt nun steil bergab, für Radpilger sehr gefährlich! Selbst zu Fuss helfen einem die beiden Stöcke das Gleichgewicht zu halten. Im Tal unten vor Obanos verpasse ich die Abzweigung zur Ermita Santa Maria de Eunate. Egal, ich wandere weiter. In Obanos trifft dann der aragonische Weg vom Somport in den navarrischen, auf dem ich gehe. In der Nähe der Kirche in Puente la Reina raste ich und esse mein mitgebrachtes Boccadillo. Plötzlich erscheinen viele Leute und inmitten ein Hochzeitspaar. Gerne würde ich mich hier anschliessen und einmal so eine richtige spanische Hochzeit erleben. Aber mit meinem Pilgeroutfit passe ich ja sowieso nicht dazu! Also setze ich meinen Weg fort, über die berühmte Steinbrücke in ein Tal. Das Wetter ist heiss und wird immer heisser, Schatten ist eine Seltenheit. Nun steigt der Pfad hoch in Mañeru und dann über die Römerbrücke in Cirauqui. Weiter pilgere ich an moderne Autostrassen vorbei und dann endlich hoch nach Lorca. Es ist bereits fast fünf Uhr, und ich habe Glück, in der kleinen Herberge noch einen, den letzten, Platz zu erhalten! Der Hospitaliero gibt mir sein Zimmer, besser gesagt seine Besenkammer. Die ist nur wenig grösser als das Bett, und am Kopfende sind bestimmt über 100 WC Rollen aufgetürmt. Er gehe bei seinen Eltern schlafen. Lorca ist ein kleiner Ort und ein deutsches Pilgerpaar spaziert mit mir zum wohl einzigen Restaurant zum Julio. Bei Julio gibt es angeblich frische Teigwaren oder Boccadillos (grosse Sandwiches). Wir setzen uns draussen hin und bestellen Tortellini und Wein. Was erhalten wir da? Jeder erhält eine Aluschale mit matschigen, tiefgefrorenen Tortellini aus der Mikrowelle, iggit. Es wird langsam kühl, und wir beschliessen ins Restaurant rein zu gehen. Kaum wollen wir uns am langen Tisch neben dem Buffet hin setzen, zitiert uns Julio wieder nach draussen und führt uns in die zum Lagerraum umfunktionierte Garage. Nun sitzen wir in Mitten von Schachteln, Harassen und anderem Plunder. Wir müssen schön lachen, bestellen noch ein Boccadillo und eine Flasche Wein und haben es sehr gemütlich!




